Jean-Remy von Matt: “Spart Zeit, ohne Erkenntnisverlust”
Ist das “halbe Sachbuch” eventuell eine Marktlücke, die es zu füllen gilt?
Auf der lit.Cologne: Eine Ikone der Werbebranche: Jean-Remy von Matt und die Bücher seines Lebens. Mit Jörg Thadeusz erklärte Jean-Remy von Matt, dass er Sachbücher immer nur bis zur Mitte liest. So spart er Zeit, ohne auf Erkenntnisse zu verzichten.

Mein Hadern mit dem seltenen Beenden von Sachbüchern
Seit vielen Jahre hadere ich damit, dass ich nur bei sehr wenigen Sachbüchern bis zum Ende durchhalte. Die Buchmitte ist vermutlich ein guter Mittelwert. Nur Bücher, die in irgendeiner Form unterhaltsam sind, lese ich bis zum Ende.
Auf dem Heimweg nach der Veranstaltung hatte ich auch sofort das Buch präsent, bei dem mir klar wurde, dass die Kerngedanken aller Autoren sich immer in den ersten Kapiteln finden: Daniel Goudevert aus den 1990er Jahren zur Mobilität. Auch hier: Interessante Gedanken, die sich aber schnell wiederholten. Eine kurze Suche in unseren Bücherregalen nach dem Buch war erfolglos, aus der Erinnerung wurde es aus Platzgründen vor einem unserer Umzüge aussortiert.
Marktlücke ?
Einige haben sich bereits seit einiger Zeit mit dem Problem der Kurzzusammenfassungen beschäftigt, wie zum Beispiel Blink und Reader’s Digest. Heute ergänzen halbwegs brauchbare KI-Modelle, die große Sprachmodelle nutzen, diese Zusammenfassungen. Sie können auch interaktiv in einem Chat Fragen zu einem Buch beantworten.
Vielleicht sollten die Verlage zur Steigerung der Auflagen auch die “halbe Portion” Buch zum halben Preis anbieten, mit der Möglichkeit, den Rest bei Gefallen nachzukaufen. Das ist vermutlich ähnlich unrealistisch wie “faire” Preise für E-Books in Deutschland.